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STRONG - Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming

Viele junge Menschen – mit und ohne Behinderung – wünschen sich mehr Unterstützung von Erwachsenen, um sich online sicher zu fühlen und zu wissen, wie sie bei Bedarf handeln können. Rund ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland erlebt Cybergrooming – also Situationen, in denen Erwachsene online versuchen, gezielt sexuelle Kontakte zu Minderjährigen anzubahnen. Dafür nutzen Tatpersonen Social Media, Messenger, Online-Spiele oder Livestreaming-Plattformen, weil sie dort leicht mit jungen Menschen in Kontakt kommen und durch manipulative Strategien Vertrauen aufbauen können.

Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V. (AJS NRW) widmet sich mit dem Netzwerkprojekt STRONG – Stark gegen Online-Gewalt und Cybergrooming dieser Thematik nun vertiefend. Ziel ist es, Fachkräfte und Eltern ganzheitlich für das Themenfeld zu sensibilisieren und ihnen mehr Handlungssicherheit zu geben. Zu diesem Zweck werden im Projekt aktuelle Bedarfe ermittelt und lebensweltnahe Präventionsansätze entwickelt. Zielgruppe sind Fachkräfte der Jugendhilfe und Jugendarbeit, Schulsozialarbeiter*innen, Psycholog*innen sowie Fachkräfte und Multiplikator*innen u. a. aus Schulen, Beratungsstellen und von der Polizei. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI).

Gemeinsam mit uns von nimm! – Netzwerk Inklusion mit Medien wurde der Auftakt des Projekts am 09. Dezember 2025 in einem Online-Fachkräfte-Workshop ausgerichtet. Die Fortbildung mit fast 500 Teilnehmenden widmete sich neben der Vermittlung von allgemeinen Wissensgrundlagen und Phänomenbeschreibungen von Cybergrooming inhaltlich vor allem auch einer inklusiven Perspektive. Denn besonders für Jugendliche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen ist ein selbstbewusster Umgang mit digitalen Risiken wichtig. Entscheidend ist: Sie sind nicht hilflos! Mit guter Aufklärung, passenden Methoden und verlässlichen Bezugspersonen können sie sich aktiv schützen, Grenzen setzen und Unterstützung einfordern.

Unsere erste Vorsitzende, Bianca Rilinger, Leitung Offene Kinder- und Jugendarbeit, HOT Porz und Teil des nimm!-Netzwerks, und Dr. Christine Ketzer, unserer Geschäftsführerin, gaben einen Einblick in inklusive Methoden, um Jugendliche über das Thema Cybergrooming aufzuklären. Außerdem brachten Silke Knabenschuh, Fachreferentin Jugendmedienschutz/Prävention sexualisierter Gewalt, und Jessica Szkodzinski, Fachreferentin der AJS NRW, ihre Expertise ein und beleuchteten das Thema aus wissenschaftlicher und juristischer Perspektive. Moderiert wurde die Veranstaltung von Denise Gühnemann.

Bianca Rilinger und Dr. Christine Ketzer im Studio der AJS beim Online-Workshop zun Thema Cybergrooming

Das nimm!-Netzwerk stärkt junge Menschen in ihrer digitalen Selbstbestimmung. Im Netzwerk wurden inklusive Methoden entwickelt, die es ermöglichen, das Thema Cybergrooming barrierearm, dialogorientiert und empowernd zu bearbeiten. Darauf aufbauend werden wir in Kooperation mit zwei offenen Jugendeinrichtungen, der Inklusiven Offenen Tür (OT) Ohmstraße in Köln-Porz und dem ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V., Jugend-Workshops und Methoden zur Aufklärung, Sensibilisierung und Stärkung der Selbstwirksamkeit der Jugendlichen entwickeln. Die Materialien fördern Wissen, Selbstvertrauen und Handlungskompetenz – und unterstützen pädagogische Fachkräfte dabei, gemeinsam mit Jugendlichen Strategien für sicheres digitales Handeln zu entwickeln. Die Materialien werden wir im Anschluss veröffentlichen und zur allgemeinen Nutzung in der Jugendarbeit zur Verfügung stellen.

Wir freuen uns über die Kooperation und nehmen die Gelegenheit gern wahr, uns stärker der Präventionsarbeit in einem so wichtigen Themenfeld zu widmen. Melden Sie sich für unseren Newsletter an und verfolgen Sie aktuelle Einblicke in Praxiserfahrungen aus den Jugend-Workshops sowie neue Methodenentwicklungen in unseren nimm!-News.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Projektwebseite unter www.strong.nrw.