Digital dabei! 7.0 – Junge Geflüchtete partizipieren durch aktive Medienarbeit
12 Projekte in ganz NRW – Die aktive Medienarbeit mit jungen Geflüchteten wurde 2022 landesweit fortgeführt
Im Jahr 2022 konnten die Projekte vor Ort nach den Herausforderungen der letzten zwei Pandemie-Jahren überwiegend wieder vor Ort durchgeführt werden, was uns sehr freut. Die anhaltende Pandemie-Lage sowie der Krieg in der Ukraine haben jedoch auch im Jahr 2022 zu Herausforderungen geführt. Dennoch haben wir mit Digital dabei! 7.0 wieder viele junge Geflüchtete erreichen können. Die Projekte haben den Teilnehmenden neue Wege ermöglicht sich mit technischen und digitalen Medien auseinander zu setzen, sich auszuprobieren und kreativ zu beteiligen. Sprachbarrieren konnten so überwunden und Integration gefördert werden. Durch die entstandenen Produkte konnte die Perspektive der Jugendlichen in die Öffentlichkeit gebracht und der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung intensiviert werden.
Insgesamt beteiligen sich 12 LAG LM-Mitgliedsorganisationen an Digital dabei! 7.0. Ihre Projekte stellen wir nachfolgend vor:
Im Rahmen von Digital dabei! 7.0 haben wir für jungen Geflüchtete ein wöchentliches Angebot gemacht, dass auch gut angenommen wurde. Im Mai konnten drei Teilnehmer-innen und im Dezember ein weiterer Teilnehmer erfolgreich die Xpert-Prüfung ablegen und erhielten das europäische Xpert Zertifikat mit dem sie ihre Computerkenntnisse nachweisen können.
Die Wünsche der Teilnehmer*innen waren sehr vielfältig. Die Jüngeren mochten lieber am Computer oder iPad spielen, die Älteren wollten gerne Hilfe bei Referaten erhalten oder das Xpert Zertifikat erhalten, um ihre Chancen bei Bewerbungen zu verbessern. Auch bestand bei zwei Teilnehmern Interesse Kenntnisse der Programmierung zu erhalten. Über unseren Kooperationspartner Abenteuer lernen e.V., die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, konnten wir zudem neue Teilnehmende für das Projekt akquirieren. Außerdem kamen über das Deutsche Rote Kreuz Bonn-Bad-Godesberg seit April einige junge Geflüchtete aus der zentralen Unterbringungseinrichtung aus Muffendorf zu uns, darunter auch viele junge unbegleitete Ukrainer*innen für die wir ein regelmäßiges Angebot im Rahmen von Digital dabei! 7.0 getestet haben. Die jungen Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet verfügen über sehr gute Computerkenntnisse, die sie aber aufgrund ihrer der derzeitigen Situation nicht anwenden können, da im ZUE keine Geräte zur Verfügung stehen und die jungen Geflüchteten zurzeit auch keine Schule besuchen. Mit unserem Angebot konnten wir diesen Jugendlichen die Nutzung von technischen Geräten ermöglichen und deren Kompetenzen im Umgang mit ihnen vertiefen.
Das Projekt ist die Fortsetzung des 2018 begonnenen Projekts Digital dabei! im Haus der Jugend, Neuss. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist es im vierten Jahr des Projekts gelungen eine zuverlässige Gruppe von Teilnehmenden für das Projekt zu gewinnen. Ziel des Projekts in 2022 ist es, Verantwortungsbewusstsein, Kreativität, Teilhabe und Zusammenarbeit im Umgang mit Medien zu vermitteln. Gemeinsames Musizieren wird zum Einstieg in das Projekt 2022 dienen. Weitere Aktionen sind gemeinsames Kochen, Outdooraktivitäten und Angebote, die das Haus der Jugend vorhält. Die Jugendlichen sollen die Auswahl der Aktivitäten selbst vorschlagen, auswählen und mitgestalten. Die technischen Voraussetzungen im Haus (Videotechnik, Instrumente, Aufnahmetechnik) bieten uns eine Vielzahl an Optionen. So werden Songs entwickelt, aufgenommen und es entstehen dazugehörige Musikvideos. Das aktive Bespielen von Social-Media-Kanälen ist ein weiteres Beispiel.
Neben den Projektmitarbeitern arbeiten ein Musikpädagoge und ein Filmemacher/Medienproduzent im Projekt mit. Der Musikpädagoge leitet Jugendliche im Erlernen von Instrumenten an. Der Medienproduzent hat das Know-how in der Herstellung von Filmen und kann die Jugendlichen anleiten, Kompetenzen in der Film- und Medienarbeit zu entwickeln und auszubauen.
In den Osterferien fand ein Escape Room Projekt mit sieben Teilnehmer*innen statt. Der erste Tag führte mit vielen praktischen Beispielen und Tipps in die Welt der Escape Spiele ein. Wir beschäftigen uns mit Rätselschriften, unterschiedlichen Rätselarten, Storytelling und Dekorationsideen. Die Teilnehmenden lösten dabei immer wieder kleine Rätsel, entwickelten bereits erste eigene Rätselaufgaben und stellten sie der Gruppe.
Im nächsten Schritt entwickelten alle gemeinsam die Geschichte einer neuen Dimension, in der die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft wieder vereint werden mussten. Ziel des Escape Rooms sollte ein Schlüssel sein, den man durch die unterschiedliche Rätselaufgaben finden und der die Elemente vereinen und die Spielenden wieder zurück in ihre heimatliche Dimension bringen würde. Um die Rahmengeschichte der Dimensionen zu vermitteln, nutzten die Teilnehmenden selbstinszenierte Audiosequenzen, die mit atmosphärischer Musik untermalt und an verschiedenen Stellen eingespielt wurden.
Die Gruppe teilte sich je nach Vorlieben in die einzelnen Aufgaben auf. Einige kümmerten sich um die Rätsel, während andere sich Gedanken um Dekorationen machten. Da uns Material und auch eine Werkstatt zur Verfügung standen, kamen die Teilnehmer*innen in einen fließenden und motivierten Schaffensprozess. Es wurde gebaut, gemalt, beleuchtet und Rätsel entwickelt, sodass ein Raum mit vielseitigen und teilweise verzwickten Aufgaben entstand. Regelmäßig kam die Gruppe zusammen, um sich gegenseitig auf den neusten Stand zu bringen.
Am 4. Tag wurden die letzten Requisiten gebastelt, Rätsel fertig gestellt und der Vorraum mit UV-Licht in Szene gesetzt. Bei der Präsentation erzählten die Jugendlichen, wie sie die Woche erlebt haben und was ihren Escape Room so besonders macht. Als Premiere konnten die Eltern, Geschwister und Großeltern den Escape Room spielen und waren begeistert. Die Rätsel wurden alle gelöst, wenn auch manchmal nicht in der geplanten Reihenfolge. Auch das war für die Jugendlichen spannend zu beobachten und zum Teil schwer auszuhalten, sich als stumme Beobachter*innen nur bei Problemen und Fragen einzumischen. Der Escape Room ist mobil und kann, wenn die Räumlichkeiten es erlauben, an unterschiedlichen Orten wieder aufgebaut und gespielt werden.
Das Projekt hat im Laufe der Woche eine positive Eigendynamik entwickelt und somit fast alle gut und mit Spaß mitgenommen. Es gab einen Jungen, der leider wenig motiviert werden konnte und erst gegen Ende in die Präsentation eingebracht hat. Zwischendurch war es eine echte Herausforderung diese negativen Impulse aufzufangen und nicht auf die Gruppe überspringen zu lassen.
Keiner der Teilnehmer*innen hatte zuvor einen Escape Room besucht oder ein Escapespiel gespielt. Trotzdem verstanden alle schnell das Prinzip der eingebetteten Geschichte und den notwendigen Zusammenhang der Rätsel. Es war beeindruckend, wie schnell sich die Gruppe auf eine interessante und durchaus schlüssige, fantasievolle Geschichte einigen konnte. Auch die Herausforderung möglichst viele Rätselarten für unterschiedliche Rätseltypen einzubinden haben die Jugendlichen sehr kreativ gemeistert. Somit war die später spielende Premierengruppe aus Verwandten und Freunden begeistert.
Für 2022 sind zwei „Medienwerkstätte“ geplant, in der gemeinsam an einem Projekt gearbeitet wird, um vor Ort niederschwellig den Kontakt zu Menschen gleichen Alters zu stärken. Zur Vertiefung desKontaktes und der gemeinsamen Arbeit wird unter anderem zu einem vertiefenden Workshop (Wochenende) in die Ev. Jugendbildungsstätte eingeladen. Die Projekte werden im Bereich Fotografie, Video, Internet oder Radio angebunden – welche Darstellungsform gewählt wird entscheidet sich in der Vorbereitungs-phase gemeinsam mit den Jugendlichen. Die Auswahl der Teilnehmenden findet in enger Absprache mit unseren Kooperationspartnern und regionalen Hilfsorganisationen statt. Bei den Projekten werden die jungen Geflüchteten von (meist ehrenamtlichen) Flüchtlingsbetreuern begleitet und in der Regel durch Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit fachlich unterstützt. Die konkreten Arbeitsschritte und möglichen Ergebnisse werden mit den Teilnehmenden und Partnern gemeinsam entwickelt, um den Bedarfen vor Ort gerecht werden zu können.
Das Jugendzentrum St. Cassius und der Jugendmigrationsdienst werden seit 2015 vermehrt auch von Jugendlichen mit Fluchterfahrung (zum Großteil aus Syrien, Afghanistan und Eritrea) aufgesucht. Knapp 98% der Stammbesuchenden haben einen Migrationshintergrund. Unser medienpädagogisches Projekt knüpft konsequent an die Lebenswelten der Jugendlichen, die bereits den Weg ins Jugendzentrum oder den Jugendmigrationsdienst finden, an.
Im Projekt Digital dabei! 7.0 wurden in Kooperation mit bonn.digital digitale Projektwochen in den Herbstferien angeboten:
Virtual-Reality (Gaming) Workshop
Das dreiköpfige Team von bonn.digital unter Leitung von Chris Freund führte die Jugendlichen in die Welt der Virtual Reality ein. Dafür stand ihnen eine VA-Brille zur Verfügung, die abwechselnd für die Dauer jeweils eines Abenteuers in diversen Games herumgereicht wurde. Über einen Beamer wurde das Bild, welches die Brille erzeugt, an die Wand projiziert, sodass alle Anwesenden an dem Spiel teilhaben konnten.
Virtual Reality (Musik) Workshop
Unter der Anleitung von Chris Freund stellte das bonn.digital-Team den Jugendlichen die Möglichkeiten virtueller Musikproduktion vor. Zu diesem Zweck tauchten die Teilnehmenden in ein VR-Programm ein, welches spielerisch Musik erzeugt. Die lebendige Musik konnte sogar reichlich Laufkundschaft von draußen mobilisieren.
Foto- und Videografie Workshop
Die Jugendlichen lernten professionelle Aufnahmen mit ihren eigenen Smartphones zu machen und dadurch diverse Alltagssituationen spannend in Szene zu setzen. Je nach Belieben konnten die Jugendlichen die Aufnahmen im Netz hochladen. Inspiriert von TikTok- oder YouTube-Videos eigneten sie sich Techniken, Tricks und Kniffe an, welche sie mit Hilfe etwaiger Apps in eigenen Aufnahmen anwendeten.
TikTok Workshop mit Arafat Alves
Zusammen mit dem TikTok-Influencer und Content Creator Arafat Alves bot das bonn.digital-Team den Besucher*innen die Gelegenheit, hochwertig Kurzvideos zu entwickeln. Angefangen damit, gemeinsam ein Skript zu entwerfen bis hin zu Schnitt und Audio Editing bekamen die Jugendlichen allerlei Skills an die Hand, sammelten Erfahrung mit professionellem Equipment und tauschten sich über Tricks und Methoden aus, mit denen man auf TikTok erfolgreich wird.
Podcasting Workshop
Den Abschluss gestaltete bonn.digital zusammen mit Peter von AboutBonn, einem lokalen Podcastkanal. Im OT wurde ein Mischpult mit Mikrofonierung eingerichtet, sodass vor Ort die Aufnahme einer eigenen Podcastfolge mit vier Initiator*innen simuliert werden konnte. Die Jugendlichen wurden von Peter in die Prozedur eingewiesen und konnten sich über beliebige Thematiken austauschen. Die Tonspur wurde über die Anlage im OT live übertragen, sodass alle Besuchenden daran teilhaben konnten.
Im Rahmen eines Workshops soll ein Kurzfilmprogramm zusammengestellt werden, welches beim nächsten Internationalen Frauen* Film Fest (29.03.-3.04.2022) in Dortmund und Köln präsentiert wird. Mit dem Fokus auf visuell ausdrucks-starke Arbeiten können sich auch junge Filminteressierte mit geringen Deutschkenntnissen im Projekt einbringen. Das IFFF recherchiert zunächst eine Auswahl von bis zu 12 Kurzfilmen, die den Jugendlichen zur gemeinsamen Sichtung, Analyse und Diskussion zur Verfügung gestellt wird. Gemeinsam mit einer Medienpädagogin und der Leiterin und Kuratorin des Programms für Kinder und Jugendliche treffen die jungen Kurator*innen ihre Auswahl für das Festivalprogramm. In einem nächsten Schritt erarbeiten die Teilnehmer*innen Moderationstexte. Diese können zweisprachig (auf Deutsch und in ihrer jeweiligen Erstsprache) bei der Präsentationvorgetragen werden und sollen deutlich machen, warum sie die Filme ausgewählt haben. Im Rahmen der Vorstellung wird es ausführliche Filmgespräche geben, so dass sich auch das internationale Publikum einbringen kann. Durch das Einbinden der vielfältigen Sprachkompetenzen sollen die gemeinsamen Stärken und Fähigkeiten sichtbar gemacht werden.
Corona hat gezeigt, dass die Ausstattung und der Umgang mit digitalen Medien sehr unterschiedlich ist. Die Einführung in die Handhabung des Computers/ Laptops/Tablets und die Vermittlung von Fachbegriffen ist ebenso wichtig wie die Gestaltung kreativer Angebote. 2022 möchten wir den Teilnehmenden einen freien Raum für Kreativität bieten, Teilnehmenden Erfolgserlebnisse vermitteln und unter den jeweils gültigen Bedingungen Präsenzangebote mit unterschiedlichen Kooperationspartnern durchführen. In den Workshops werden Grundbegriffe der Technik- und Softwarehandhabung vermittelt, Vertrauen durch Regelmäßigkeit geschaffen, Integration gefördert, der Spracherwerb unterstützt und die Reflexion im Team und mit Kooperationspartnern weitergeführt. Die Auswertung findet in Gesprächen zwischen Teilnehmenden und Fachkräften statt. Im Projektbericht werden die Prozesse und Angebote zusammenfassend dargestellt und dokumentiert. Die Ergebnisse werden am Ende jedes Treffens allen gezeigt.
Die Einrichtung wird täglich von bis zu 50 Jugendlichen besucht und ist auch ein großer Anlaufpunkt für geflüchtete Jugendliche in der Stadt Recklinghausen. In den letzten Jahren ist besonders die Arbeit mit Geflüchteten in den Fokus gerückt.
Unser Ziel für das Jahr 2022 ist es, unsere Podcast Serie zu einem regelmäßigen Sendeformat weiterzuentwickeln und zu professionalisieren. Neben der Erstellung der Podcast Serie werden wir ein Video- und Fotoformat entwickeln, dass den gesamten Jahresverlauf der Einrichtung und der Veränderungen im Stadtteil widerspiegelt. Durch die Implementierung eines Integrierten Stadtteilkonzepts wandelt sich der Stadtteil in schneller Geschwindigkeit. Aus den einzelnen Bausteinen soll am Ende eine komplette Dokumentation dieses Wandels entstehen. Gerade für unsere Besucher mit Fluchtgeschichte ist dieser Wandel eine sehr spannende Phase in ihrer neuen Heimat. Aus mehreren Gesprächen haben wir erfahren, dass es so gezielte Veränderungen in dieser Form in den Herkunftsländern nicht gibt. So werden Veränderungen aktuell als sehr spannend empfunden.
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass in der langen Phase des Home-Schooling gerade diese Kinder und Jugendlichen sehr benachteiligt sind. Deshalb wurde im Jahr 2022 versucht , die Kinder und Jugendlichen für die Produktion von Medien zu begeistern und niederschwellige Angebote im Bereich Radio, Video und Foto, welche mittels eigener Smartphones durchgeführt werden können, in den Mittelpunkt zu stellen.
Insgesamt haben drei Treffen stattgefunden.
Beim ersten Treffen sprachen drei Jugendliche aus unterschiedlichen Herkunftsländern über ihr Leben in der kleinen Gemeinde Hüllhorst seit ihrer Ankunft, wie es ihnen jetzt geht, wie es mit der Integration funktioniert und welche Zukunftspläne sie haben. Ebenso kam zur Sprache, dass gerade die ersten Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine in Hüllhorst aufgenommen wurden, zu denen sie aber keinen Kontakt haben.
Das 2. Treffen fand auf der Freilichtbühne „Kahle Wart“ bei der Aufführung eines Kinder-Theater- Stückes statt. Zwar konnten die Familien und ihre Kinder im Kindergartenalter kein Wort des Stückes „Pippi Langstrumpf“ verstehen, aber die Spielhandlung wurde trotzdem nonverbal verstanden. Zwei Familien aus der Ukraine erklärten sich bereit, mit ihren Kindern Rede und Antwort zu stehen. Eine 20-jährige Studentin aus der Ukraine stellte ihnen einige Fragen. Allerdings war eine Dolmetscherin aus Russland erforderlich, die für die inhaltliche Verständigung sorgte. Auch die Studentin wurde dann zu einem kurzen Interview gebeten.
Beim 3. Treffen kam es zu einigen kurzen Interviews bei einem Willkommensfest der gerade eingetroffenen Flüchtlinge aus der Ukraine. Auch hier war eine ehrenamtliche Dolmetscherin (selbst vor einiger Zeit geflüchtet) nötig. Die ukrainischen Jugendlichen wollten nicht mitmachen. Aber dafür ein paar Kinder und Erwachsene. Aus den Aufnahmen wurde eine erste Radiosendung produziert, die am 16.07.22 ab 18 Uhr über Radio Westfalica ausgestrahlt wurde. Die Sendung ist in der Mediathek bei NRWISION archiviert und wurde ebenso auf der Facebookseite veröffentlicht.
Im Projekt „Bilder verbinden – Sprache auch?“ sollen die bereits angefangenen Ziele weiterhin verfolgt und intensiviert werden, um Nachhaltigkeit zu garantieren. Die Methode dabei ist die kreative Filmarbeit. Im Rahmen des Projektes soll die Kooperation mit ´Train of Hope´ weitergeführt werden. Durch die Methode der Filmarbeit sollen die Jugendlichen Vertrauen in die Kompetenzen und Fähigkeiten von sich selbst und den anderen Teilnehmenden – unabhängig ihrer Herkunft – gewinnen. Es werden Lernräume geboten, Offenheit füreinander hergestellt und gleichzeitig Berührungsängste abgebaut. Unter der Prämisse der professionellen Zusammenarbeit werden Wege gefunden, dass jede*r eine relevante Rolle in der Produktion des Films spielt. Die Jugendlichen machen die Erfahrung, dass die Filmproduktion Teamarbeit ist und die Herkunft keine Rolle spielt. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, die verschiedenen Bereiche rund um das Thema Film intensiv kennenzulernen und selbst auszuprobieren. Zudem können sie sich in der Erstellung eines eigenen Bereiches, in Form eines digitalen Tagebuches, konkret beteiligen und dazu beitragen, dass es eine reelle Darstellung der eigenen Realität wird. Sie sind in alle Prozesse und Arbeitsschritte eingebunden, sodass ihnen ein umfassendes Bild vom Filmemachen und von den Arbeitsweisen der digitalen Medien vermittelt wird.
Aufbauend auf den Erfahrungen, die wir im Rahmen unserer zwischen 2016 und 2021 aus „Digital dabei!“-Mitteln geförderten Aktivitäten gemacht haben, sollen die Strukturen für das von jungen Geflüchteten erstellte regelmäßige Magazin „Young Refugees TV“ (YR-TV) fortgeführt und weiterentwickelt werden. Für eine stärkere Vernetzung von lokaler, regionaler und landesweiter Arbeit mit Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund wollen wir auch verstärkt mit anderen Stellen der Geflüchtetenarbeit kooperieren und über diese berichten. Junge Menschen mit Migrationshintergrund sollen so erfahren, wo aktive Teilhabe stattfindet, um sie bei der Integration zu unterstützen.
Im Jahr 2022 wurden ein- und mehrtägige TV-Workshops durchgeführt, die auf die Interessen junger Geflüchteter abgestimmt waren und deren gesellschaftliche Teilhabe förderten. Bei den Beitragsthemen wurden verstärkt berufliche Themen in den Vordergrund gerückt.
Ein besonderes Highlight war im März die gemeinsame Ansicht der in den Workshops entstandenen Filmbeiträge im Kanal 21 Studio. Hier waren auch die Protagonist*innen einiger Beiträge und weitere Gäste vor Ort.
Eine wesentliche Veränderung des produktbezogenen Lernsettings resultierte Anfang 2022 aus Rückmeldungen, die zuvor mehrfach an das Kanal 21-Team herangetragen wurde: Kann der Name „Young Refugees TV“ nicht geändert werden? Im Dialog mit Teilnehmenden wurde daher ein neuer Name verabredet: Seit Anfang 2022 heißt das aus Digital dabei! hervorgehende Bewegtbild-Format nun „Grenzenlos TV“. Dessen erste Ausgaben finden sich unter https://www.kanal-21.tv/search?query=grenzenlos. Aber auch die „Young Refugees TV“-Sendungen sind weiterhin abrufbar unter https://www.kanal-21.tv/search?query=young%20Refugees. Außerdem wurden und werden alle Sendungen über den TV-Lernsender „NRWision“ in mehr als acht Millionen Kabelhaushalte verbreitet.
Corona mit seinen Folgen u.a. dem erzwungenen Stillstand haben dazu geführt, dass sich die Jugendlichen viele Gedanken über ihr Leben und ihre Zukunft gemacht haben. Im Projekt „3G durchgespielt- geplant, gedreht, geschnitten“ beschäftigten sich die Teilnehmenden filmisch mit dem Thema „Mein Leben“. Es ging darum einen selbstgedrehten Film mit einem Soundtrack und Texten zu produzieren und sie bei der Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrem Leben zu unterstützen.
Die gemeinsame Beschäftigung mit dem Thema in Form von Video mit Texten und Musik half ihnen bei der Bewältigung ihrer Lebenssituation . Dabei standen folgende Fragen im Mittelpunkt: „Wie ist mein Leben gerade? Wo will ich hin? Wer ist mein*e Freund*in? Was tut mir gut, was nicht?“. Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung brachten gemeinsam in Gruppenarbeit durch Film, Text und Musik ihre Gedanken zu Papier und verarbeiteten sie filmisch. Die Jugendlichen agierten dabei selbst als Akteure, Kameraleute, Regisseure, Drehbuchautoren und Cutter. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen und wurde auf der dem YouTube Kanal von Take Five hochgeladen.
Den Film kann man auf YouTube sehen unter: https://www.youtube.com/watch?v=yfFhvmffJkU